Politische Rahmenbedingungen

Schweiz: Drittgrösste Solarstromanlage der Schweiz

Bis im Herbst 2010 entsteht auf den Dächern der Pistor AG in Rothenburg die grösste Solarstromanlage der Zentralschweiz, die gleichzeitig die aktuell drittgrösste Dachanlage der Schweiz sein wird. Die geplante 820-Kilowatt-Anlage wird pro Jahr rund 720 000 Kilowattstunden sauberen Strom produzieren, was dem Stromverbrauch von rund 160 Haushalten entspricht. Es ist übrigens die erste Anlage, die Edisun Power im Rahmen der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) bauen kann.
Auf Jahresanfang 2010 wurden auch in der Schweiz die Einspeisetarife für Solarstrom um zusätzliche 10 % gesenkt. Das ergibt mit der bereits regulären Reduktion um 8 % doch beachtliche 18 %, um die die Einspeisetarife für neue Anlagen gekürzt wurden. Doch da die Anlage bereits im Frühling 2008 eingegeben wurde, erhält sie den damals geltenden Satz von Fr. 0.51 pro Kilowattstunde.
Pistor, ein Handelsunternehmen für die Bäcker-Konditor-Confiseur-Branche, engagiert sich seit langem dafür, möglichst schonend mit den Energieressourcen umzugehen. Im Bereich Wärme setzt der Lebensmittelgrosshändler bereits seit einigen Jahren auf Wärmerückgewinnung und kann dadurch rund 80 % Heizöl einsparen.

Kommentar vom 22. Juni 2010
Text: Edisun Power Europe AG, Newsletter 2/2010

Deutschland und Frankreich senken Einspeisevergütung

Nach einer konstanten Förderung 2009 kürzt Deutschland aufgrund der gesunkenen Kosten in der Branche die Solarstromförderung 2010 deutlich: Vom 1. Juli an soll die Vergütung für Aufdachanlagen um 16 Prozent sowie für Freiflächenanlagen auf Gewerbeland um 15 Prozent sinken. Die Vergütung für Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen – zum Beispiel ehemaligen Industriegebieten und Militärflächen – soll nur um 11 Prozent sinken. Freiflächenanlagen auf Ackerflächen sollen künftig überhaupt nicht mehr gefördert werden. Zum Ausgleich werden Freiflächenanlagen jedoch auf Randstreifen an Autobahnen und Bahnstrecken zugelassen.

Nachdem Frankreich seit der Einführung der Einspeisevergütung 2008 eine konstante Förderpolitik betrieben hatte, werden nun auch dort die Einspeisetarife gesenkt: Für Wohnbauten, Spitäler und Schulen von 0.60 auf 0.58 €. Der Tarif ist aber immer noch einer der höchsten Europas. Alle Anlagen auf anderen Bauten, sprich auf Geschäftshäusern, Industriebetrieben, Bauernhöfen und Lagerhäusern, werden einem tieferen Tarif zugeteilt: 0.50 € für die bestehenden Bauten dieser Kategorie, 0.42 € für Neubauten dieser Kategorie. Für Freiflächenanlagen werden die Tarife von 0.32 auf 0.314 € gesenkt.

Kommentar von Ende März 2010
Text: Edisun Power Europe AG, Newsletter 1/2010



Schweiz: Etappensieg mit angezogener Handbremse

Der Nationalrat hat als Erstrat am 25. November 2009 einer Änderung des Energiegesetzes zugestimmt. Die maximale Förderabgabe für erneuerbare Energien soll ab 2013 auf 0.9 Rp/kWh erhöht werden. Für Photovoltaik wird die 5%-Schranke aufgehoben und durch einen fixen Anteil an der Förderabgabe pro Jahr ersetzt. Damit lassen sich bis 2013 etwa 40 bis 50 MW Solaranlagen pro Jahr bauen! Also keine totale Marktöffnung wie in Deutschland, aber immerhin würden wir wieder ein ernst zu nehmender Partner im globalen Solarumfeld. Dies eröffnet auch Firmen wie Edisun Power neue Möglichkeiten im Heimmarkt. Die bestehende Warteschlange lässt sich abbauen, und neue Projekte können innerhalb nützlicher Frist bewilligt werden. Langfristig könnten wir allein mit Solaranlagen auf Gebäuden einen Drittel des schweizerischen Strombedarfs decken. Bis 2030 könnte ein Anteil von etwa 12 Prozent erreicht werden. In Kombination mit anderen erneuerbaren Energien und dem effizienten Einsatz des Stroms könnten wir gelassen dem Ende unserer nicht erneuerbaren Stromproduktion entgegenblicken.

Kommentar von Ende November 2009
Text: Edisun Power Europe AG, Newsletter 3/2009